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   Gnade gegen Karma

Milliarden Menschen weltweit folgen religiösen Systemen, die das Gesetz des Karma lehren (beispielsweise Buddhismus, Hinduismus, Sikhismus). Sogar viele Christen widerspiegeln ein popularisiertes Konzept von Karma in ihrem Denken. Wie fällt der Vergleich von Karma mit dem biblischen Konzept der Gnade aus?

Was ist Karma?

Das Wort Karma bedeutet Aktion oder Leistung. In seinem grundlegendsten Konzept ist Karma der Glaube, dass unsere Aktionen korrespondierende Reaktionen hervorbringen. Allgemeiner ausgedrückt: wir bekommen was wir verdienen oder auf Englisch "what goes around comes around". Manche sehen Karma als natürliches Universalgesetz, während andere einer Gottheit zuschreiben, die Wirkungen des Karma zu steuern und zu verteilen. Die Konsequenzen von jemandes Karma können in diesem Leben oder in einem zukünftigen Leben erfahren werden (beispielsweise in der Reinkarnation, dem Glauben, dass wir zurückkehren, um in einer anderen Form nochmal zu leben).

Ähnlichkeit mit der biblischen Wahrheit

Es gibt einige Ähnlichkeiten zwischen Karma und den Wahrheiten, die wir in der Bibel finden. Beispielsweise lehrt die Bibel, dass Gott gerecht ist, in dem Sinne, dass Er sowohl Böses bestraft als auch Gutes belohnt. Das Buch der Sprüche erwähnt viele Prinzipien, die zeigen, dass gute oder schlechte Taten gute oder schlechte Konsequenzen mit sich bringen. Manche verweisen auf Galater 6:7, wo gesagt wird: "Irrt euch nicht: Gott lässt sich nicht spotten! Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten." (siehe die Diskussion unten).

Außerdem lehrt die Bibel, dass diese Konsequenzen für unser Handeln in diesem Leben oder im nächsten Leben erfahren werden können. In diesem Leben können schlechte Taten negative Konsequenzen haben, beispielsweise unsere Gemeinschaft mit Gott und Menschen behindern, Armut, physische Krankheit, Tod, usw. Gutes Verhalten hat im Gegensatz dazu gute Konsequenzen. Obwohl die Bibel keine Reinkarnation lehrt, so lehrt sie doch, dass Gläubige ein zukünftiges Leben im Königreich Gottes haben. Gute oder schlechte Taten in diesem Leben können diese Erfahrung im Königreich schmälern oder steigern (Matt.25:14-30; 2 Tim. 2:12; Offenbarung 22:12).

Unterschied zur biblischen Wahrheit

Obwohl manche denken mögen, dass die Bibel das Konzept des Karma bestätigt, sind die Unterschiede doch gewaltig. Die Lehre der Bibel ist dem Konzept des Karma erheblich überlegen.

Die Bibel lehrt nicht, dass das Universum im Karma oder irgendeinem universalen Gesetz eingesperrt ist. Ja, Gott gestaltete das Universum so, dass es nach einigen grundlegenden Prinzipien der Gerechtigkeit und Vergeltung funktioniert, von denen viele in der Bibel erwähnt werden. Aber Gott kann die Gesetze ändern, die Er geschaffen hat und ist kein Sklave dieser Prinzipien. Obwohl Er gerecht ist, ist Er auch liebevoll, und Seine Liebe zu uns kann Seine Gerechtigkeit uns gegenüber verdrängen. Bezüglich der Errettung gilt: "Denn er hat den [Jesus], der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden." (2 Kor. 5:21). Gott erfüllte Seine Gerechtigkeit, indem Er die Bezahlung für unsere Sünde einforderte, aber Er tat das durch Seinen Sohn, der an unserer Statt starb. Dies widerspricht dem, was Karma erwartet.

Weil Gott uns liebt und weil Sein unschuldiger Sohn Seiner Gerechtigkeit Genüge tat, kann Gott uns Sein ewiges Leben, Seine Rechtschaffenheit und Seine Vergebung all unserer Sünden geben. Durch Seine Gnade durch Glauben an Seinen Sohn bekommen wir, was wir nicht verdienen. Während Karma einen Menschen in einen Kreislauf vergeltender Gerechtigkeit einsperrt, durchbricht Gott diesen Kreislauf mit Seiner Gnade. Während Karma garantiert, dass ein Mensch bekommt, was er verdient, garantiert die Gnade, dass ein Mensch bekommen kann, was er nicht verdient. Definitionsgemäß ist Gnade ein kostenloses Geschenk, das nicht verdient ist.

Die Bibel lehrt, dass Gottes Gnade den Kreislauf der Sünde mit Segen unterbrechen kann. Zum Beispiel sagt Psalm 103:10,
    Er hat nicht mit uns gehandelt nach unseren Sünden     und uns nicht vergolten nach unseren Missetaten.
Und Röm. 5:8 sagt,
    Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.

Auf der anderen Seite erlaubt Gott auch, dass sehr guten Menschen sehr schlechte Dinge geschehen. Im Alten Testament wird Hiob als rechtschaffendster Mann auf Erden bezeichnet, trotzdem litt er schrecklich. Im Neuen Testament wurde Gottes untadeliger Sohn ungerecht verurteilt und gekreuzigt. Gott ist frei darin, außerhalb seiner normalen Maßstäbe zu handeln. Dies stülpt die steifen Vorschriften des Karma um.

Anders als die Reinkarnation, welche lehrt, dass ein Mensch ein weiteres Leben erhält, um sein Karma zu verbessern, lehrt die Bibel nicht, dass irgendjemand einen neuen Versuch nach diesem Leben bekommt. Dies beseitigt alle Ausreden, jetzt unverantwortlich zu leben und das Tun guter Taten auf ein anderes Leben zu verschieben. Alle Menschen werden Rechenschaft in einem Gericht ablegen, das nach ihrem Tod (Heb. 9:27) oder dann, wenn der Herr Jesus kommt (Johannes 5:28-29) stattfindet. Für diejenigen, die nicht an Jesus Christus geglaubt haben, ist dies ein Gericht über ihren Unglauben und ihre schlechten Taten, womit sie ewige Verdammnis im Feuersee verdienen (Offenbarung 20:13-15). Für diejenigen, die an Jesu Christus geglaubt haben, ist dies eine Bewertung ihrer guten Taten vor dem Richterstuhl Christi, um zu sehen, ob sie ewiger Belohnungen würdig sind (Röm. 14:10-1; 2 Kor. 5:10).

Ein genauerer Blick auf Galater 6:7

Diese Passage lehrt deutlich, dass wir ernten was wir sähen. Aber einige Dinge sollten festgehalten werden. Erstens: Obwohl es als ein göttliches Prinzip bezeichnet wird, hat Gott die Freiheit, Seine eigenen Prinzipien der Vergeltung und der Belohnung außer Kraft zu setzen. Wenn Er das nicht täte, könnte kein Sünder errettet werden.

Außerdem, um dem Kontext von Galater 6 treu zu bleiben, diskutiert dieser Vers nicht die Bedingung für die ewige Errettung (die vorher im Kapitel 3 diskutiert wurde), sondern die Konsequenzen für Christen, die entweder nach dem Geist oder nach dem Fleisch leben (Gal. 5:21-26). Die Betonung in diesem Kontext ist die Ermahnung für Christen, gute Werke zu tun, da sie unter der Gnade anstatt unter dem Gesetz leben. Wenn Christen durch den Geist (nicht durch das Fleisch) leben, werden sie eine reichere Erfahrung von Gottes ewigem Leben in der Zukunft machen (6:8-9). Dies ist kein Karma sondern göttliche Motivation und Belohnung für persönliche Verantwortung.

Schlussfolgerung

Gnade übertrumpft Karma. Bei Karma gibt es keine Hoffnung abgesehen von dem, was wir für uns selbst durch unsere eigenen Bemühungen tun können. Die Bibel lehrt und die Erfahrung zeigt, dass wir von Natur aus sündig sind und, uns selbst überlassen, Böses tun werden, und daher Strafe verdienen. Gnade tut jedoch, was wir nicht tun können. Sie gibt uns ewiges Leben, das wir nicht verdienen, und gibt uns Gottes Geist, um uns zu helfen, Gutes zu tun. Jeder, der auf Karma für ein gutes Leben jetzt oder in Zukunft hofft, sollte zu Jesus Christus für Sein Geschenk der Gnade fliehen.


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