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   Warum ist Lordship Salvation so populär?

Eine Frage, die häufig von Vertretern der Position der kostenlosen Gnade (Free Grace) gestellt wird, ist Warum ist Lordship Salvation (Herrschafts-Errettung) so populär? Die Position der kostenlosen Gnade (Free Grace) lehrt Errettung aus Gnade durch Glauben allein an Christus allein, was bedeutet, dass eine nicht errettete Person nichts tun oder sich irgendwie engagieren kann (wie zum Beispiel sich Jesus als dem Herrn des eigenen Lebens zu unterwerfen), um errettet zu werden, und dass glauben bedeutet, von der Wahrheit des Evangeliums überzeugt zu sein. Die Lordship-Salvation-Ansicht steht im Gegegnsatz zur Free-Grace-Position, indem sie lehrt, dass eine nicht errettete Person an Jesus Christus als Retter glauben und ihr Leben Ihm als Herrn (oder Meister) des eigenen Leben unterwerfen muss. Sie lehren, dass glauben Unterordnung und Gehorsam beinhaltet. Obwohl spezifische Antworten gegeben werden könnten (siehe die vorherigen GraceNotes) werden wir hier lediglich einige Gründe aufführen, warum Lordship Salvation so populär ist.

Fehlinterpretierte Schrift. Das Versäumnis, zwischen den Passagen der Bibel, die zur Errettung gehören und denen, die zum christlichen Leben (oder Jüngerschaft) gehören zu unterscheiden, führt viele zur Lordship-Salvation-Ansicht. Sie bringen Probleme der Rechtfertigung mit Problemen der Heiligung durcheinander, was dazu führt, dass das Lordship-"Evangelium" viele Bedingungen der Verpflichtung und des Gehorsams beinhaltet. Leider fügt dies menschliche Verdienste zum Evangelium hinzu. Das Predigen dieser Texte als Bedingungen für die Errettung mag mehr äußerliches Engagement hervorbringen, aber es ruft auch Schuld und Zweifel hervor.
Gesetz gegen Gnade. Lordship-Theologie hat ihren Ursprung oft in einer Verwirrung von Gesetz und Gnade. Die moralischen Gesetze des mosaischen Gesetzes ins Zeitalter der Gnade zu übertragen, nachdem Jesus Christus das Gesetz erfüllt hat, macht das Halten der Gesetze zu einem wichtigen Teil der Errettung--wenn auch nicht vordergründig als Bedingung für die Errettung, so doch durch die Hintertür als Nachweis der Errettung. Lordship-Anhänger glauben, dass diejenigen, die wahrhaftig errettet sind, die moralischen Gesetze des Alten und Neuen Testaments halten, womit sie zeigen, dass Jesus der Meister ihres Lebens ist. Aber diese Ansicht ignoriert nicht nur den Wechsel der Dispensation vom Gesetz zur Gnade, das heißt, den Unterschied zwischen Gottes Programm für Israel und Seinem Programm für die Kirche, sondern sie ignoriert auch die Realität, dass niemand alle Gesetze perfekt einhält.
Neu-alter Calvinismus. Es hat einen großen Wiederanstieg des starken, deterministischen Calvinismus gegeben, besonders unter jungen Erwachsenen. Lordship-Theologie ist ein notwendiges Resultat dieser Theologie, weil Gott nach dieser Ansicht manche zur Errettung erwählt und ihnen Glauben gibt, um zu glauben. Diese göttliche Gabe des Glaubens kann nicht versagen, daher garantiert sie ein beharrliches Leben in Unterordnung unter Jesus als Herrn, wenn man wahrhaftig errettet ist. Diese Ansicht des Christentums predigt die Notwendigkeit einer vollständigen Hingabe an Jesus Christus, was für sich gesehen empfehlenswert ist, aber nicht wenn es ein Test für die Errettung ist. Das Predigen von Hingabe zieht viele junge Erwachsene an, die auf solche Herausforderungen eingehen. Leider ist es sehr wahrscheinlich, dass viele oder die meisten dieser "jungen, ruhelosen und reformierten" Calvinisten nicht das ganze Paket verstehen, das Hingabe zur Bedingung für die Errettung macht.
Eine unrealistische Sicht auf die Sünde. Ein Widerwille zuzugeben, dass Christen schwer oder andauernd sündigen können, führt viele zu einer Lordship-Ansicht, weil sie nicht willens sind, einzuräumen, dass solche Leute errettet sind, weil sie Jesus nicht zu ihrem Herrn gemacht haben. Während es schmerzlich ist wenn Christen sündigen, ist es ein biblischerer Ansatz zu erkennen, dass diese Realität durch die ganze Bibel hindurch wiedergegeben wird. Gnade gibt Menschen die Freiheit, Gott oder ihren eigenen egoistischen Wünschen zu dienen. Leider entscheiden sich nicht alle, Gott zu dienen, aber die Lösung ist nicht, das Evangelium mit zusätzlichen Bedingungen komplizierter zu machen. Diese Menschen als unerrettet zu bezeichnen ignoriert die Lehre der Bibel über Gottes Züchtigung und die Kirchenzucht für sündige Christen und ihren Verlust zeitlicher oder ewiger Belohnungen, oder setzt sich unzureichend damit auseinander. Es ist auch möglich, dass sie das einfache Evangelium von Anfang an niemals wirklich verstanden haben und nicht errettet sind.
Eine Kur für die Weltlichkeit. Eine ernsthafte und rechtmäßige Sorge über die Weltlichkeit moderner Christen führt auch viele dazu, eine Lordship-Position einzunehmen. Sie schlussfolgern, dass Weltlichkeit von einem Evangelium herrührt, das die Errettung zu "leicht" macht. Sie glauben, dass dann, wenn die Errettung nur denen zur Verfügung steht, die sich der Herrschaft Christi vollkommen hingegeben haben, Frömmigkeit garantiert ist. Für sie ist Glaube nicht hinreichend als Bedingung für die Errettung; es muss Glaube und Unterordnung oder Glaube und Hingabe sein. Leider verändert dies die Bedingung des Evangeliums vom Glauben allein zu Glaube plus noch etwas, das der Sünder tun muss.
Menschliche Natur. Unsere natürliche menschliche Abneigung gegenüber der Gnade nährt die Lordship-Ansicht. Seit der Schöpfung wollten die Menschen auf ihre Weise zu ihrer Errettung beitragen. Dies beschwichtigt das Ego, dass sich nach Bedeutsamkeit sehnt, auch wenn es nur das Gefühl ist dass "Ich geholfen habe" oder dass "Ich völlig engagiert bin" und daher errettet bin. Dies spricht die subtil sündige Tendenz der ganzen Menschheit zum Legalismus an - die sich selbst überhöhende Einstellung, dass ich etwas aus mir selbst tun kann, um für Gott akzeptabel zu werden. Der in fast allen religiösen Systemen vorherrschende Legalismus begrüßt diese Lordship-Theologie.
Irreführende Rhetorik. Lordship-Anhänger haben viele durch ihre abschätzige Rhetorik und Falschdarstellung der Free-Grace-Ansichten beeinflusst. Zum Beispiel wird die Free-Grace-Position manchmal als "No-Lordship"-Position bezeichnet, obwohl ihre Anhänger glauben, dass die Herrschaft Jesu Christi wesentlich für Sein Werk der Errettung und göttliche Heiligung ist. Der Unterschied ist, dass Free-Grace-Anhänger nicht denken, dass Hingabe an Jesus als Meister des eigenen Lebens der Kernpunkt der Errettung ist. Der Kernpunkt ist der Glaube an Jesus als den Einen, der für die Sünde starb, auferstand und ewige Errettung garantiert. Hingabe an Christus als Meister ist ein Kernpunkt der Heiligung (das heißt des christlichen Lebens oder der Jüngerschaft). Lordship-Anhänger bringen auch die Anschuldigung des "easy believism" (Lehre vom leichten Glauben) vor, was irreführend ist, da niemand sagt, dass Glauben leicht ist. Er ist einfach, aber nicht unbedingt leicht. Ein weiterer abschätziger Angriff ist, dass die Free-Grace-Ansicht "antinomisch" (gesetzlos) ist und Gläubigen einen Freibrief zum Sündigen gibt. Während Free-Grace-Anhänger glauben, dass Christen nicht unter dem alttestamentlichen Gesetz stehen, erkennen sie doch die neutestamentlichen Gebote mit dem Verständnis an, dass diese Gebote Christen christusähnlich machen, aber sie bringen oder beweisen nicht die Errettung. Die Free-Grace-Position lehrt, dass gute Werke und Heiligkeit Gottes Wille für jeden Christen sind.
Hörensagen. Menschen neigen dazu, die Worte und Rhetorik zu wiederholen, die an sie selbst weitergegeben wurden, ohne sie theologisch oder biblisch zu bewerten. Redewendungen wie "Nimm Jesus Christus als deinen Herrn und Retter an" und "Wenn Er nicht der Herr aller ist, ist Er überhaupt nicht Herr" sind zum Bestandteil des populären christlichen Jargons geworden. Gewöhnlich wird wenig über diese Phrasen nachgedacht, bevor sie verwendet und wiederholt werden. Die Verwendung solcher Formulierungen bestätigt nicht, dass jemand ein Lordship-Anhänger ist, aber sicherlich drängt sie ihn in diese Richtung.
Zensur. Offen gesagt haben diejenigen, die eine Lordship-Position vertreten, besonders die reformierten Calvinisten, großen Einfluss. Diese Position dominiert das Verlagswesen und akademische Institutionen und hält große Konferenzen ab, die bei jungen Erwachsenen populär sind. So hässlich wie es klingt und ist, diese Einflussnahme schließt die Free-Grace-Perspektive absichtlich von akademischen und populären Foren, Institutionen und Publikationen aus, so dass Lordship-Salvation floriert. Sogenannte "akademische Freiheit" verdient nicht immer diesen Namen.

Schlussfolgerung

All diese Gründe können auf einen zurückgeführt werden: Mangelndes Verständnis der vollkommenen Reichtümer der Gnade als kostenloses Geschenk Gottes führt viele Christen zur Lordship-Salvation. Ihre Perspektive impliziert, dass solche Gnade zu gut ist um wahr zu sein, daher erfordert sie von einem Menschen Hingabe an die Herrschaft Jesu Christi, entweder um errettet zu werden, errettet zu bleiben oder zu beweisen, dass man errettet ist. Andererseits akzeptiert Free-Grace (kostenlose Gnade) die erstaunliche und unverdiente Natur von Gottes rettender Gnade und lehrt daher, dass ewiges Leben nur durch die Reaktion des Glaubens empfangen werden kann, ohne jeglichen Verdienst auf Seiten des Sünders.


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